Umsonstladen

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Umsonstläden sind Ladengeschäfte, wo Waren umsonst abgegeben oder abgeholt werden können. Sie streben ähnliche Ziele an wie Tauschringe und eignen sich insbesondere als Kooperationspartner für Zeittauschringe, die sich auf reinen Dienstleistungstausch beschränken wollen.

Freigiebigkeit

Im Gegensatz zu Tauschringen steht bei Umsonstläden nicht die Gegenseitigkeit, sondern die Freigibkeit im Vordergrund. Beispiele:

  • "Zu den Öffnungszeiten können dort Dinge, in gut erhaltenem und gebrauchsfähigen Zustand abgegeben werden, z.B. Geschirr, Bekleidung, Spielzeug, Haushaltwäsche, Haushaltgeräte, usw. Menschen, die die Sachen benötigen, können sie dort abholen und mitnehmen." - Umsonstladen des Tauschring Prohlis[1]
  • "Die Umsonstläden sind keine Tauschläden. Es muss weder bezahlt, noch müssen Dinge direkt getauscht werden. Bringen und Holen, Geben und Nehmen sind hier entkoppelt, man kann nur Geben, man kann nur Nehmen, oder beides tun. Die Dinge sind hier alle Gebrauchsgegenstände, sie haben bei uns keinen Tauschwert, keinen Preis." - Umsonstladen Hamburg[2]
  • "Der Umsonstladen ist ein ehrenamtliches Projekt. Geben und Nehmen sind voneinander unabhängig. Gebrachte Dinge müssen sauber und funktionstüchtig sein und sollen selbst einsortiert werden. Mitgenommene Dinge sind nur für den Eigenbedarf – kein Weiterverkauf!" - Umsonstladen Dresden[3]

Qualität der Waren

Wie bei den von manchen Tauschringen selbst veranstalteten Warentauschtagen nehmen Umsonstläden nicht jeden Müll, sondern nur ausgewählte Waren an. Üblicherweise sollten sie sauber, funktionstüchtig und rechtlich unbedenklich sein. Je nach verfügbarem Stauraum und Zielsetzung des Ladens gibt es auch Beschränkungen für die Größe, Menge und Lagerzeit der angenommen Stücke.

Schenkkisten

Einfache Bücherverschenkkiste
Eine verwandte Idee zu Umsonstläden verzichtet auf persönliche Anwesenheit und Öffnungszeiten. Der "Laden" ist ein öffentlich zugänglicher Ort, wie ein Regal, eine Kiste, ein Tisch, ein Stand oder sogar ein kleiner Laden. Beispiele:
  • Öffentlicher Bücherschrank[4][5]
  • Projekt "Givebox" [6]

In manchen Häusern mit mehreren Wohnungen steht im gemeinsamen Flur eine Schenkkiste für die Bewohner. Wer etwas abzugeben hat, legt es hinein. Wer es braucht, nimmt es mit.[7]

Wände der Nächstenliebe (Iran)

Seit etwa 2015 verbreitet sich im Iran die Idee der Walls of Kindness (engl. Wände der Nächstenliebe). Freiwillige montieren Kleiderhaken an Häuserwände. Wer Kleidung spenden möchte, hängt sie an die Haken. Wer Kleidung braucht, bedient sich. Das Grundprinzip ist einfach: "Wenn du es nicht brauchst, lass es hier. Wenn du es brauchst, nimm es mit."[8][9]

Spezialisierung

Manche Umsonstläden (und vergleichbare Einrichtungen) spezialisieren sich auf bestimmte Warengruppen.

Die "Medienpoints" des Kulturring in Berlin e.V. nehmen Bücherspenden und Medien aller Art an. Sie werden dann "nach Genre sortiert und ohne Ausnahme kostenlos weitergereicht".[10] Auch der "Berliner Büchertisch" nimmt Buchspenden entgegen und verteilt diese "an Einrichtungen, die diese Bücher gebrauchen können". Im Gegensatz zu den Medienpoints wird ein Teil der Spenden verkauft, um das Projekt selbst zu finanzieren.[11]

Siehe auch

Weblinks

Einzelbelege